Ausverkauf der Uni- und wo bleiben die FSIn?

Der Ausverkauf der Uni und die Bekämpfung studentischer Selbstbestimmung am Beispiel des Fachbereiches Wirtschaftswissenschaften:
Am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften gibt es seit der Renovierung vor 2 Jahren kaum Möglichkeiten für Studierende Informationen auszuhängen. Für die Fachschaftsinitiative ist es so beinahe unmöglich geworden, auf studentische Projekte und Termine der studentischen Selbstverwaltung aufmerksam zu machen.
So wurden zum Beispiel Plakate umgehend abgehängt, die auf eine anstehende Vollversammlung der Studierenden hinwiesen. Dabei bleibt unklar, wie eine studentische Vollversammlung, die nach § 19 BerlHG erstes Organ der Studierendenschaft ist, einberufen werden soll, wenn die Studierenden hierüber nicht informiert werden können.
Der AStA FU unterstützt die Forderung der FSI WiWiss nach der Bereitstellung von ausreichend Informationsfläche durch den Fachbereich. Die studentische Selbstverwaltung darf auch in einem scheinbar marginalen Punkt wie diesem nicht von Seiten des Fachbereichs behindert werden!
In diesem Zusammenhang sei außerdem auf die Politik des Fachbereiches verwiesen, Werbeflächen am Fachbereich gegen Geld privaten Investoren zur Verfügung zu stellen, mit dem Ergebnis, dass diesen mehr Informationsfläche zur Verfügung steht als den Studierenden am Fachbereich selbst.

Out Of Dahlem Nr. 10: Im Dienst von Mensch und Tier

Seit gestern ist die neue Ausgabe des AStA-Magazins Out Of Dahlem erhältlich. Im AStA, allen gut sortierten Studi-Cafés und auch an den sonstigen üblichen Ecken auf dem Campus. Diesmal ganz „Im Dienst von Mensch und Tier“ beschäftigen sich die Artikel u.a. mit dem alltäglichen Rassismus an der FU, dem Hickhack um Dieter Lenzen, den Hochschulprotesten hier und in Kolumbien und mit der Zusammenarbeit zwischen einem Chemiekonzern und der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Online ist die Zeitschrift auf der AStA-Homepage verfügbar. Also viel Spaß beim Überfliegen und Lesen.

Grußwort der kurdischen Jugendbewegung zum Bildungsstreik

In einer Lebensrealität, die vom Kapitalismus so stark durchdrungen ist, ist es unmöglich, dass das die Jugend und ihr Leben und ihren Gedanken nicht beeinflusst.

Um die eigene Macht zu kreieren und zu stärken haben die Herrschenden schon immer die Jugend unter Kontrolle gehalten. Auch in der Geschichte Kurdistans gab es Beispiele, die diesem ähnlich sind.
Auch in der Legende um die Unterdrückung durch den assyrischen König Dehak heißt es, dass die Krankheit des Herrschers nur geheilt werden kann, indem er die Gehirne von jungen Menschen verspeist. Es wird klar, wie stark die Herrschenden und die Zentren der Macht bemüht sind die Jugend unter ihre Kontrolle zu bringen. Sich selbst als Herrschende und als Macht darstellend, hat es der Kapitalismus heute einzig auf die Jugend abgesehen. Denn sie sind es, die das zukünftige Leben verteidigen und leben können.

Das ist Strategie, Taktik und Praxis um Herrschaft zu sichern. In heutiger Zeit wird versucht diese Taktik in Bezug auf Bildung, Familie, Leben und vor allem Ökonomie zu entwickeln. Das Bildungssystem wird vom Monopolistischen System als Rechtfertigung benutzt, um das freie Denken und das Infragestellen, zu verhindern. Die Bildung wird zu einem Sektor gemacht und die Menschen sozusagen versklavt. Wir, deren Herzen und Köpfe noch jung sind, wir als Hoffnung der Menschen dürfen das Leben voller Mühen nicht aufgeben, müssen immer wieder die Forderung nach einem Bildungssystem zu Sprache bringen, in dem sich alle frei und in ihrer eigenen Muttersprache äußern können. Die Notwendigkeit alternativer Bildungssysteme ist daran zu sehen, dass das jetzige System dem Kapitalismus dient. Deshalb müssen wir schon jetzt beginnen ein neues Leben aufzubauen. Wenn wir das Leben der Menschen nicht richtig verstehen und nicht richtig aufbauen, ist klar, dass wir dies vor der Geschichte nicht entschuldigen können. Daher wollen wir als letztes sagen: „Das falsche Leben kann nicht richtig gelebt werden!“

Wir grüssen euch und euren Kampf mit tiefer Verbundenheit.

Genug mit dem individualisierten Bildungssystem.
Edi bese heißt es reicht.
Hoch lebe der Internationalismus!

Jugendbewegung Kurdistan/ Diyarbakir

Bildungsstreik – Mensastreik! Solidaritätsaktion für Arbeitskampf beim Studentenwerk

Gemeinsam für gute Arbeits- und Bildungsbedingungen!

Heute, am 26.11.2009, bestreikten die ver.di-organisierten Beschäftigten des Studentenwerks Berlin für ihre Tarifforderungen die Mensa in der Silberlaube der Freien Universität in Berlin. Die Mensa wurde stundenlang geschlossen. Der AStA FU organisierte eine alternative Essensausgabe, um die Studentenwerksbeschäftigten zu unterstützen. Nicht nur während des Bildungsstreiks, in dem Studierende gegen die miserablen Studienbedingungen kämpfen, gilt es die Solidarität der unterschiedlichen Statusgruppen an den Hochschulen praktisch werden zu lassen!

Zur AStA FU Presseerklärung

Die tageszeitung schreibt:

In Berlin brodelt der Bildungsstreik. Asta und Ver.di kochen – und zwar für alle. Weil an der Freien Universität (FU) die Mensa-MitarbeiterInnen am Donnerstag in einen Warnstreik traten, blieben in der Mensa die Teller leer. Hungern musste dennoch niemand. Statt Mensa-Essen gab es „Volxküche“ in studentischer Eigenregie: Jeder isst und zahlt, so viel er will.

Am Morgen waren die Angestellten des Studentenwerks in einen Warnstreik getreten. Unterstützt von der Gewerkschaft Ver.di fordern sie höhere Löhne. Auch die Studierenden, die seit über zwei Wochen den Hörsaal 1a besetzen, solidarisierten sich mit den Streikenden und verlegten ihre Vollversammlung vom Hör- in den Speisesaal. Dem Aufruf folgten rund 850 Studierende.

Bericht im Ver.di Blog zum Warnstreik Studentenwerk:

Gegen 11 Uhr versammelten sich ca. 120 Beschäftigte aus vor dem Eingang der Mensen. Alle Bereiche des Studentenwerks waren vertreten!!! Ein Teil der KollegInnen der anderen Mensen (TU, HU, Adlershof und weitere) besuchten ihre KollegInnen und forderten diese auf, mitzustreiken. Als die Bildungsstreikenden den Warnstreik mitbekommen haben, entschlossen sie sich spontan, ihre Vollversammlung in die Mensa zu verlegen, um den Warnstreik der StudentenwerkerInnen zu unterstützen. Ergebnis: Mensa dicht ab halb ZWÖLF!!!

Überraschende Unterstützung gab es auch vom Asta der FU, der am Abend vorher spontan entschieden hat, den Warnstreik zu unterstützen. Vor dem Asta-Gebäude wurde eine „Volksküche“ (VoKü) angeboten und ca. 800 Mägen hungriger Studierender gefüllt. Einige Beschäftigte freuten sich so über diese Aktion, dass sie kurzerhand beim Ausschank halfen.

Pleiten, Pech und Pannen: Bei der S-Bahn laufen nicht nur die Räder nicht rund

Nachdem die S-Bahn zunächst eine Entschädigung von Studierenden für das anhaltende Verkehrschaos verweigerte, lenkten sie auf Druck der ASten ein: Ein Sechstel des Semesterticketpreises soll erstattet werden. Für FU-Studierende wären das ca. 26 Euro. Konkrete Informationen über die Entschädigungsmodalitäten sind frühestens im Dezember zu erwarten.

Verkehrschaos
Das S-Bahn Chaos füllte das diesjährige Sommerloch der Presse. Wegen kaputter Räder und mangelnder Wartungsarbeiten kommt es seit Juli zu erheblichen Ausfällen im S-Bahn Betrieb. Von diesen waren Studierende der FU Berlin vor allem an weiter entlegeneren Standorten wie Lankwitz betroffen: Einige Institute waren zeitweilig völlig vom Bahnverkehr abgeschnitten, andere nur mit überfülltem Ersatzverkehr in unregelmäßigen Taktzeiten zu erreichen. Auch die Mitnahme von Fahrrädern, eine Leistung die im Semesterticket enthalten ist, war kaum mehr möglich.

Faule Ausreden
Während Kunden mit Monatskarten schnell eine Entschädigung für das Verkehrschaos versprochen wurde, lehnte die S-Bahn dies für Studierende zunächst ausdrücklich ab. Mit fadenscheinigen Argumenten versuchte sich die S-Bahn um die Entschädigung einer der größten Gruppen ihrer Stammkundschaft zu drücken: Das Semesterticket sei zu stark rabattiert um Anspruch auf eine Entschädigung zu haben, ließen Vorstandsmitglieder der S-Bahn in der Presse verkünden. Außerdem bräuchten Studierende während der Semesterferien das Ticket nicht. Die Absurdität dieser Argumentation wird bei einem Vergleich etwa mit dem Schlussverkauf deutlich: Man stelle sich vor eine warme Hose im Sommerschlussverkauf zu erwerben und zu Hause festzustellen, dass am Hintern ein großes Loch klafft. Ein Umtausch muss hier trotz Preisnachlass erfolgen, auch wenn es vielleicht viel zu warm für eine dicke Hose ist. Es ist eine Frechheit Mobilität zu verkaufen, diese nicht zu erbringen und dann zu erklären, die Kunden bräuchten die Leistung ja gar nicht!

Überfällige Reaktion auf Druck der ASten
Trotz skandalträchtiger Auswirkungen ihrer Unternehmenspolitik war die S-Bahn offensichtlich nur bereit, Kunden zu entschädigen, um einen Rückgang der Fahrgastzahlen zu vermeiden. Die Studierenden müssen das Ticket hingegen kaufen, ob die Bahnen nun fahren oder nicht. So behandelt die S-Bahn sie als Kund_innen zweiter Klasse, die Millionen-Einnahmen sind ja sicher. Im Zuge der massiven Öffentlichkeitsarbeit der Berliner ASten wuchs jedoch der Druck auf die S-Bahn. Im Oktober lenkte sie ein und versprach eine Entschädigung der Studierenden in Höhe eines Sechstels des Semesterticketpreises.

Informationschaos
Nach dem Verkehrschaos produziert die S-Bahn nun jedoch auch Chaos bei den Auszahlungsregelungen der Entschädigungen für Studierende: Die von den verschiedenen Verkehrsbetrieben verbreitete Meldung, die ASten würden die Entschädigungen der Studierenden auszahlen, sind nach derzeitigem Sachstand schlicht falsch. Die S-Bahn hatte dies verkündet, ohne zuvor auch nur das Gespräch mit den Studierendenvertretungen zu suchen und sorgte mit der Fehlinformation für erhebliche Verwirrung unter den Studierenden.
Bei den ersten Gesprächen mit ASten und Hochschulen im November gestand die S-Bahn dann ein, zu der organisatorischen Durchführung der Entschädigungszahlungen für Studierenden nicht in der Lage zu sein. Diese dürften mit einigem verwaltungstechnischem Aufwand verbunden sein, der nun auf ASten und Hochschulen abgewälzt werden soll. Eine Zusage, die damit verbundenen Unkosten zu tragen, verweigerte die S-Bahn allerdings bislang.

To be continued…
Die Verhandlungen zwischen S-Bahn, ASten und Hochschulen über die Durchführungsmodalitäten der Entschädigungszahlungen werden fortgesetzt. Konkrete Informationen, welche Studierenden (Ticketinhaber_innen im SoSe 2009 oder WiSe 2010) wann und auf welchem Weg eine Entschädigung erhalten, sind bisher nicht bekannt. Mit einem Ergebnis der Verhandlungen ist frühestens im Dezember zu rechnen. Der AStA FU wird über die Durchführungsform der Entschädigungszahlungen informieren, sobald diese bekannt ist.

Sozialismus – Von der Aktualität einer Utopie

Am 10. November präsentieren der AStA FU, die Antifaschistische Linke Liste und die Redaktion der PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft eine spannende Podiumsdiskussion. Fünf ReferentInnen diskutieren ausgehend von der Geschichtswissenschaft, Politologie bis hin zur Informatik eine Streitfrage, die im Lehrbetrieb der FU nur noch selten verhandelt wird: die Frage nach der Aktualität sozialistischer Konzepte.

Die Veranstaltung findet statt um an der FU Berlin um 18h im Hörsaal 1a der Silberlaube, Habelschwerdter Allee 29-45, U-3 Dahlem Dorf.

plakat sozialismus

Es diskutieren:

Raul Zelik (Schriftsteller und Politologe, Berlin)

Renate Hürtgen (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Alex Demirovic (Politologe, TU Berlin)

Christian Siefkes (Informatiker, Berlin)

Ralf Hoffrogge (Historiker, Berlin)

Sozialismus – was heißt das eigentlich?

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird allerorten Feierstimmung verbreitet, das Jahr 1989 beherrscht die Schlagzeilen. Mit dem Ende des autoritären »Real-Sozialismus« soll auch jede Debatte über grundsätzliche gesellschaftliche Alternativen erledigt sein. Doch die Politik der Erinnerung kann kaum verdrängen, was allzu offensichtlich ist: In der größten Wirtschaftskrise seit 1929 ist die Frage nach einer solchen Alternative wieder zur Gegenwartsfrage geworden.

Nicht nur in den Medien, sondern auch in der Wissenschaft drückt man sich um die längst notwendige Generaldebatte. Reformen und Regulationen, bestenfalls ein »Green New Deal« sind Diskussionsgegenstand, das Versagen der Marktwirtschaft wird jedoch ausgeblendet.

Dem wollen wir entgegentreten. Fünf Autoren und Autorinnen der »PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft«, die sich in einem Themenheft mit Sozialismuskonzeptionen auseinandergesetzt haben, diskutieren ausgehend von ihren Aufsätzen.

Wir wollen darüber reden, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in der nicht Profit und Markt, sondern gesellschaftliche Bedürfnisse die Produktion bestimmen, in der die Verteilung von Arbeit und Ressourcen demokratisch geplant wird. Eine Gesellschaft ohne selbst produzierte Sachzwänge, eine Gesellschaft, die willens und fähig ist, der ökologischen Katastrophe zu entgehen. Eine historische Analyse des sogenannten »real existierenden Sozialismus« ist dabei unverzichtbar.

Jenseits von Nostalgie und Retrokult soll herausgearbeitet werden, warum im Staatssozialismus gesellschaftliche Emanzipation gerade nicht verwirklicht wurde. Diese Emanzipation, verstanden als praktizierte Herrschaftskritik, ist jedoch Kernstück jeder ernsthaften Konzeption von Sozialismus.

„STUD_FEST 09″ am 15.10.2009 im Innenhof der Silberlaube

Der AStA FU präsentiert zum Semesterauftakt am 15. Oktober ab 15 Uhr im Innenhof der Silberlaube (Habelschwerdter Allee 45) „Fidl Kunterbunt“ (Akustik-Folk-Punk aus Leipzig), „Die Lesedüne“ (Lesebühne aus Berlin), „SCREAM CLUB“ (the Electro Sex Hop Hip Pop Punk Rock Arty Glam Rap Duo from Olympia, WA) und „Der Endgegner“ (Punk aus Berlin). Außerdem erwarten euch ein Bücherzelt mit Zine- und Büchertischen, der „FU-Anti-Image-Film“, ein historischer Campusrundgang, die große Schrottombola, Kicker, die AStA-Beratungen und natürlich Kaffee und Kuchen, vegane VoKü und Cocktails sowie jede Menge Infos.


BÜHNE


ab 16 Uhr: Fidl Kunterbunt (Folk/ Akustisch/ Punk aus Leipzig)

Fidl Kunterbunt

www.myspace.com/fidlkunterbunt

ab 17 Uhr: Lesedüne (Lesebühne aus Berlin)

Lesedüne - Lesebühne aus Berlin

Berlins erste Lesebühne auf Sand. Hier ist immer Sommer.
Knackige Jungautoren. Knackige Geschichten. Knusprige Gedichte. Schlaftrunkene Revolutionslieder.
Jedes Mal neue Texte, neue Musik und: neue Gäste, die ihre besten Geschichten dabei haben.

www.myspace.com/leseduene

ab 19 Uhr: SCREAM CLUB (the Electro Sex Hop Hip Pop Punk Rock Arty Glam Rap Duo from Olympia, WA, is two freaky white rapper chicks stopping hearts everywhere)

SCREAM CLUB

Cindy Wonderful and Sarah Adorable, two gaysymmetrical superheroes, have been spreading their message of fun to hip hoppers and punk rockers all over the world for the past 5 years, inspiring countless others.

They have 2 full length albums titled „Don‘t Bite Your Sister“ and „Life of A Heartbreaker“. They have been on over a dozen compilations and been featured on releases from K records, Chicks On Speed Records, Tiny Sensational, Alphapup Records, Wired Records, Alien8 Records, Ekleroshock Reocrds, Rock Machine Records, Cherchez La Femme Records and Top Quality Rock and Roll Records.

www.myspace.com/SCREAMCLUB


ab 20 Uhr: Der Endgegner (Trash/ Zouk/ Punk aus Berlin)

Der Endgegner

2006 taten sich in Berlin die vier tödlichen Troubadoure Blaszko Bouillabaisse, Turbo Dorfbums, Booberella und King Kraut mit verschiedensten Motiven zusammen (Krach, Sex, Musik, Revolution, Geld). Aus zufälligen Mutationen erwuchs DER ENDGEGNER.
Nebenbei nahmen sie ein Demo auf, das die ersten zwei Stücke der Band dokumentiert. Die vom Endgegner gepanschte Mischung, der DESTRUKTO-SWING, lässt sich wie folgt beschreiben: Im Spannungsfeld zwischen dem groovenden Brett von Stonerrock, der Aggressivität und dem Dilletantismus von Punkrock und dadaistischem Unsinn, gelegentlich ein Surf- oder Reggae-Einsprengsel. Die Texte sind überwiegend auf Deutsch, aber manche auch auf Englisch, Niederländisch, Portugiesisch oder in verstümmeltem Kauderwelsch.

www.myspace.com/derendgegner

BERATUNGSPAVILLON

15 – 16 Uhr BAFöG-Beratung
16 – 17 Uhr Hochschulberatung
17 – 18 Uhr Ausländer_innen-Beratung und Sozialberatung
18 – 19 Uhr Behindertenberatung
19 – 20 Uhr Frauenberatung

BÜCHERZELT

ab 15 Uhr Zine- und Büchertische
16 Uhr Workshop: „Studentische Selbstverwaltung – Was ist das eigentlich?“
17 Uhr Historischer Campusrundgang (dauert etwa 2h)
18 Uhr FU-Anti-Image-Film

Kulturreferat AStA FU

Resolution des Studierendenparlaments gegen Erhöhung des Studentenwerk-Beitrags im Wortlaut

am 29.04.09 einstimmig beschlossen:

Resolution

Das Berliner Studentenwerk bezieht von Studierenden Sozialbeiträge gestaffelt nach ihrer Verweildauer an der Universität. Werden zunächst 30,68 € pro Semester berechnet, steigt dieser Beitragssatz bei der Überschreitung der Regelstudienzeit um drei bis sechs Semester auf 46,02 €, bei einer Überschreitung der Regelstudienzeit um über sechs Semester werden sogar 79,69 € pro Semester berechnet. Nachdem der Verwaltungsrat des Berliner Studentenwerks eine Vereinheitlichung des Beitragssatzes forderte, strebt die Geschäftsführung des Berliner Studentenwerks nun eine Erhöhung des Sozialbeitrages auf 50 € an.
Sowohl die finanzielle Diskriminierung von Studierenden bei Überschreitung der Regelstudienzeit als auch eine derartige Beihagserhöhung lehnt das Studierendenparlament der FU Berlin entschieden ab!

1) Das Studierendenparlament der FU fordert den Berliner Senat daher auf, zum Wintersemester 2009/2010 einen einheitlichen Sozialbeitragssatz für das Berliner Studentenwerk einzuführen und damit die finanzielle Diskriminierung von so genannten Langzeitstudierenden abzuscbaffen!

Die so genannte Regelstudienzeit bezeichnet einen Zeihaum, den Studierende, die sich ohne weitere Verpflichtungen voll auf das Studium konzentrieren können, mindestens für ihr Studium benötigen. Es handelt sich hierbei also eigentlich um eine Mindeststudienzeit. Studierende, die aus sozialen Gründen oder aus Gründen der individuellen Lebensplanung diese Mindeststudienzeit nicht einhalten können, werden bereits durch die Hochschulen im Zuge der immer restriktiveren Regelungen – etwa der Zwangsberatung oder gar Zwangsexmatrikulation – massiv unter Druck gesetzt. Sie auch noch finanziell zu benachteiligen, wie dies auch in Bereichen wie BaFöG-Zahlungen oder Krankenkassenbeiträgen geschieht, stellt eine Form sozialer Diskriminierung dar, die sofort abgeschafft gehört!
Da Studierende höherer Semester die Leistungen des Berliner Studentenwerks nicht in größerem Umfang in Anspruch nehmen, ist die finanzielle Diskriminierung auch inhaltlich nicht begründbar.

2) Das Studierendenparlament der FU Berlin lehnt eine Erhöhung der finanziellen Belastung der Studierendenschaft ab und fordert den Senat auf, den Forderungen der Geschäftsführung des Berliner Studentenwerks nach einer Beitragserhöhung auf 50 € pro Semester nicht statt zu geben!

Eine derartige Erhöhung des Sozialbeitrages würde für Studierende mit einer Überschreitung der Regelstudienzeit um bis zu sechs Semester und einem Beitragssatz von derzeit 46,02 € bereits eine Beitragssteigerung um 8,65 % bedeuten. Für Studierende innerhalb der Regelstudienzeit stiege der Beitragssatz von 30,68 € auf 50 € sogar um 62,97 %! Diese exorbitante Beitragssteigerung stellt eine nicht tragbare finanzielle Belastung der Studierendenschaft dar! Demgegenüber zieht sich der Berliner Senat schrittweise aus der Finanzierung des Bildungsbereichs zurück und forciert damit dessen implizite Privatisierung. Das Studierendenparlament der FU Berlin lehnt diesen Rückzug des Staates aus der Finanzierung von Bildung im Allgemeinen und dem Bereich der Hochschulen im Besonderen ab! So sollte auch das Berliner Studentenwerk grundsätzlich voll durch das Land finanziert werden, wie dies beispielsweise in den französischen Studentenwerken geschieht. Eine Gegenfinanzierung des staatlichen Rückzugs aus der Studentenwerksfinanzierung durch steigende Beiträge der Studierenden ist vor allem angesichts der durch die Sozialerhebungen des DSW verdeutlichten prekären Situation vieler Studierender abzulehnen.

3) Das Studierendenparlament der FU Berlin fordert den Berliner Senat zudem auf, eine Befreiungsmöglichkeit von den Studentenwerksbeiträgen für finanziell schwache Studierende unabhängig von deren Studienzeit einzuführen!

Studierende, welche aufgrund einer finanziellen Notlage oder anderer Härtefälle nicht oder kaum in der Lage sind, den Studentenwerksbeitrag aufzubringen, sollten durch diesen nicht noch zusätzlich belastet werden. Zu diesem Zweck sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, Studierende ganz oder teilweise von den Beiträgen zu befreien! Hierzu könnte auch ein Sozialfonds (etwa nach dem Vorbild des Sozialfonds zum Semesterticket der Studierendenschaft der FU Berlin) eingerichtet werden.

Die Glaslaube.

Ein neues Campushotel soll internationales Flair ins Dahlemer Dorf bringen
Sebastian Schneider und Felix Koch machen den ultimativen Elite-Check

Als der Chauffeur in die Takustraße einbiegt, reiben wir uns verwundert die Augen, stauben die Jacketärmel ab und lassen uns einen Cognac reichen. Wir haben extra unsere Gummistiefel eingepackt, um zwischen den Vorlesungen über den alten Fest- und Zirkuszeltplatz Dahlems zu bummeln. Die dörfliche Idylle des »deutschen Oxford im Grünen« (D. Lenzen) ist einem urbanen Vorboten aus Stahl und Glas gewichen. »Seminaris« prangt in schlichten Lettern, wo man früher beim bunten Treiben des Viehmarktes die Seele baumeln ließ. Wir beginnen zu recherchieren.

Gerade mal 38 Millionen Euro für die Umsetzung des Entwurfs eines vermeintlichen Star-Architekten. Einen Fonds braucht es dafür, die Uni stellt das Grundstück. Ein Vier-Sterne-Campus-Hotel mit 48 Angestellten, 372 Betten und 2600 qm Konferenzfläche im angegliederten Veranstaltungszentrum »The Dahlem Cube« um, wie FU-Präsident Lenzen meint, »Wissenschaft und Wohnen wieder mehr miteinander zu verbinden«.

Mit über 300 Menschen zusammen wohnen? Scheint eher Masse statt Klasse, doch komfortabler als ein Studentenwohnheim würde es schon werden, denken wir und entscheiden uns für eine Probeübernachtung. Wir schreiten durch den Haupteingang und stehen vor einem toten Ende aus unverputztem Beton. Gepäcktrollis parken im Raum. Um zur Rezeption zu kommen, müssen wir Treppen steigen. Oben schwirrt Personal umher, als seien wir in der Küche gelandet. Es gebe drei Suiten à 155 Euro, sagt ein junger Mann mit Anzug von der Stange, in der Auslage hinter ihm liegen Boulevard-Zeitungen. »Wir nähmen dann alle drei.«

Während sich der Chauffeur ums Gepäck kümmert, wird uns der Verschließmechanismus mit einer schnöden Plastikkarte erklärt. Als sich die Tür öffnet, fallen wir beinahe aus den Valentino-Puschen. »Die Suite« erinnern wir höflich, doch die Enttäuschung scheint im Preis inbegriffen. In allen dreien derselbe Anblick: Zwei Zimmer und ein Bad teilen sich rund 30 m2, die Einrichtung so stilsicher wie im »Motel One«. Die Kochnische bietet einen 2007er Dornfelder an Salzstangen und verfügt auch über eine Mikrowelle. Hier soll sich der ermüdete Leistungsträger wohl nachts eine Asia Box aufwärmen. Die Räume sind zwar zu klein um vernünftig zu putten, aber immerhin ist der Etagenflur menschenleer. Danach ist Zeit für die Hotelbar.

Die nennt sich »Faculty Club« und ist mit Gips-Repliken antiker Büsten verziert. In der Mitte des Raumes steht ein elektronischer Flügel. Auf den Teppich, in geschmacksneutralem blau-violett, ist das Motto von Seminaris in unendlicher Wiederholung gedruckt: »Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.« Esoterik meets Ikea meets S-Bahn-Polster. Menschen begegnen wir nicht – trotz bevölkerungswirksamer Happy Hour. Bei zwei Martini zum Preis von einem lassen wir das Geschäftskonzept von Seminaris auf uns wirken: Wohnen, Arbeiten, Feierabend-Getränk, Restaurant, die Ausstellung »Dahlems Helle Köpfe« und sogar eine Zweigstelle der Post treffen hier aufeinander. Gäbe es noch einen Supermarkt, wäre es konzeptionell nicht zu unterscheiden vom gesamtintegrativen Ansatz eines sozialistischen Plattenbaukomplexes. Darüber können auch die unfunktionalen Metallstreben im Innenhof nicht hinwegtäuschen, an denen dürre Rankpflanzen vor grauen Bastsesseln aufstreben.

Am nächsten Morgen weckt uns das Geräusch eines Staubsaugers vom Nebenzimmer. Auf dem Flur ist die Luft stickig und schwül, die knallende Sonne verwandelt die Glaslaube ins Treibhaus. Beim Auschecken fragen wir nur mehr spaßeshalber nach ausleihbaren Manschettenknöpfen, denn das Urteil ist längst gefällt: Elite schreibt sich mit fünf Buchstaben. Und so viele Sterne sollte ein Hotel schon haben.

Weitere Informationen bei der FU Berlin

Artikel erschienen im Out Of Dahlem Nr. 9

Ernst-Reuter-Gesellschaft stoppt Finanzierung der FURIOS

Die Ernst-Reuter-Gesellschaft (ERG) beendet die Finanzierung der FURIOS. In einem Schreiben an den AStA FU distanziert sich Dr. Wedigo de Vivanco, Geschäftsführer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender, in Namen der ERG von der FURIOS und bezeichnet das Interview mit dem „Aktkalender“ Semplaer als „vulgär“. Eine weitere Förderung sei nicht vorgesehen. Die ERG, Fördergesellschaft der FU Berlin, war bislang Hauptsponsor des selbsterklärten Campus-Magazins FURIOS.

Unter dem Titel „Ein Rudel Titten in Dahlem“ hatte die FURIOS ein Interview mit sexistischem und frauenverachtendem Charakter geführt und verweigerte eine inhaltliche Auseinandersetzung. Der AStA FU richtete einen Brief an die Ernst-Reuter-Gesellschaft mit Bitte um Positionierung, der mit oben genannter Stellungnahme beantwortet wurde. Ob die FURIOS nun überhaupt weiter erscheinen kann, ist unklar.

Ronny Matthes, Schwulenreferent des AStA FU, stellt fest:
„Auch wenn es bedauerlich ist, dass ein selbstorganisiertes studentisches Projekt nicht weiter gefördert wird, loben wir die Distanzierung der Ernst-Reuter-Gesellschaft ausdrücklich. Ein sexistisches Interview ist keine witzige Provokation, sondern ein handfester Angriff auf gesellschaftlich marginalisierte Gruppen. Wenn dann noch eine Auseinandersetzung ausbleibt, sind die Folgen selbstverschuldet. Wir brauchen keine Publikation, die sich gegen das allgemeine Interesse der Studierenden wendet, die Universität diskriminierungsfrei zu gestalten.“